In Gaildorf wurden geboren bzw. haben gewirkt:
» Berühmte Gaildorfer in der Übersicht
- Richard Blezinger
- Wilhelm von Breitling
- Heinrich Ellinger
- Hermann Frasch
- Philipp Christoph Hartung
- Eugen Heller
- Justinus Kerner
- Theobald Kerner
- Heinrich Moesner
- Heinrich Prescher
- Gräfin Adele von Pückler - Limpurg
- Gottlieb Rau
- Karl Reibel
- Karl Rösch
- Hermann Strenger
- Hans Thierfelder
- Christof Wagner
- Gräfin Amalie Charlotte Auguste zu Waldeck Pyrmont und Limpurg-Gaildorf
- Johann Wilhelm Graf von Wurmbrand-Stuppach
Hinweis:
Ausführliche Lebensbilder der genannten Persönlichkeiten, Quellen
und Literaturangaben dazu, finden Sie in dem 1998 erschienenen Buch von Hans
König: "Menschen aus dem Limpurger Land - Lebensbilder aus fünf
Jahrhunderten".
» Richard Blezinger
Richard
Blezinger (1847-1928), geboren am 8. November 1847 in Gaildorf, war als Apotheker
in Crailsheim ein bedeutender Sammler von Fossilien aus dem Lettenkeuper und
dem Muschelkalk. Die Universität Tübingen verlieh ihm die Ehrendoktorwürde
und die Wissenschaft benannte Fossilien nach ihm, so eine Schnecke Chemnitzia
blezingeri oder eine Muschel Myalina blezingeri.
» Wilhelm von Breitling
Der
württembergische Ministerpräsident Wilhelm von Breitling (1835-1914)
wurde am 4. Januar 1835 in Gaildorf geboren. Der Jurist, ab 1879 Landgerichtsrat,
wurde 1883 ins Justizministerium berufen und 1896 vom König zum Staatsminister
der Justiz ernannt. Die Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches
in Württemberg war sein großes Verdienst. 1901 wurde er als Ministerpräsident
an die Spitze der württembergischen Regierung berufen. 72jährig
trat er in den Ruhestand und starb am 20. April 1914 in Stuttgart.
» Heinrich Ellinger
Der Arzt Heinrich Ellinger (1817-1873) wurde als Sohn eines Bäckermeisters am 18. Januar 1817 in Gaildorf geboren. Ab 1842 Assistenzarzt in der Heil- und Pflegeanstalt Winnenden wurde Ellinger 1847 Direktor der neu errichteten Heil- und Pflegeanstalt des Kantons St. Gallen. Ellinger galt als ausgezeichneter, weitsichtiger und um das Wohl seiner Kranken besorgter Psychiater, der sich um die Krankenhauspsychiatrie der Schweiz große Verdienste erwarb.
» Hermann Frasch
Hermann
Frasch (1851-1914) wurde am 25. Dezember 1851 in Oberrot geboren und verbrachte
seine Kindheit und Jugendjahre in Gaildorf, wo sein Vater seit 1854 Stadtschultheiß
war. Im Alter von 17 Jahren wanderte er nach Amerika aus, wo seine Erfindungen
und Patente seinen Weltruhm begründeten. Die Entschwefelung des Erdöls
und das nach ihm benannte Verfahren zur Schmelzung des Schwefels in der Tiefe,
um ihn in flüssiger Form empor zu pumpen, sind seine wichtigsten Erfindungen.
Frasch stiftete 1908 der Stadt Gaildorf eine Festhalle, die 1945 zerstört
wurde. Nach seinem Tod am 1. Mai 1914 in Paris wurde von der Frasch-Stiftung
auf dem Gaildorfer Friedhof ihm zu Ehren ein Mausoleum errichtet. Nach dem
Tod seiner Frau wurde sein Leichnam 1924 nach Amerika gebracht wo er nun in
North Tarrytown im Staat New York ruht. Das Mausoleum des "amerikanischen
Schwefelkönigs" mit seinem Sarkophag dient seither der Stadt Gaildorf
als Leichenhalle.
» Philipp Christoph Hartung
Philipp Christoph Hartung (1706-1776) war von 1739 bis 1764 Diakon und Präzeptor in Gaildorf und danach bis zum Tod am 14. Juli 1776 Pfarrer in Eutendorf. Unter dem Pseudonym P.C.Humano erschien von ihm 1749 "Musicus Theoretico Practicus", die erste deutsche Klavierschule.
» Eugen Heller
Der
Kaufmann Eugen Heller (1862-1939) hat sein Vermögen in die Eugen-und-Katharine-Heller-Stiftung
eingebracht, aus der alljährlich an seinem Geburtstag, dem 6. Mai, Schülerpreise
verliehen werden. Mit dem Eugen-Heller-Preis werden der beste Junge und das
beste Mädchen einer Klasse nach den Kriterien der Stiftung ausgezeichnet.
» Justinus Kerner
Von
1815-1819 wirkte der Dichter und Arzt Justinus Kerner (1786-1862) als Oberamtsarzt
in Gaildorf. In seiner Gaildorfer Zeit entstand u.a. auch die schwäbische
Nationalhymne "Preisend mit viel schönen Reden".
» Theobald Kerner
In
Gaildorf wurde am 14. Juni 1817 sein Sohn Theobald Kerner
(1817-1907), der Arzt, Revolutionär und Poet, geboren. Auf dem Gaildorfer
Hausberg, dem Kirgel, errichtete der Schwäbische Albverein 1902 den Kerner-Turm
als Aussichtsturm.
» Heinrich Moesner
Der Hofmedicus des Grafen Georg Friedrich Karl von Waldeck und Limpurg-Gaildorf und spätere Oberamtsarzt Dr. Heinrich Moesner (1799-1849) errichtete 1838 in Gaildorf die erste Kaltwasser-Heilanstalt Württembergs, die zunächst mit ihren Heilerfolgen regen Zuspruch erfuhr aber 1843 aus wirtschaftlichen Gründen scheiterte.
» Heinrich Prescher
Heinrich Prescher (1749-1827) wurde am 19. November 1749 in Gaildorf geboren. Als Pfarrer in Gschwend, wo er 50 Jahre tätig war, widmete er sich der Erforschung der limpurgischen Geschichte. Seine zweibändige "Geschichte und Beschreibung der zum fränkischen Kreise gehörigen Reichsgrafschaft Limpurg" erschien 1789/90 und stellt bis heute die umfangreichste geschichtliche Arbeit über das Limpurger Land dar. Prescher starb am 26. Mai 1827 in Gschwend.
» Gräfin Adele von Pückler - Limpurg
Graf
Gottfried (1871-1957) und Gräfin Adele von Pückler - Limpurg (1877-1961)
sind als Wohltäter für Stadt und Kirche in die Gaildorfer Geschichte
eingegangen. Ihr Schloss wurde am 20. April 1945 zerstört und nicht wieder
aufgebaut. Das Gelände vermachten sie der evangelischen Kirchengemeinde
zur Errichtung eines Gemeindehauses mit Kindergarten.
Die Stadt Gaildorf wurde mit dem Gelände der heutigen Limpurg-Halle und des Sportplatzes bedacht. Darüber hinaus hat das gräfliche Paar Zeit ihres Lebens kirchliche und städtische Einrichtungen und die Vereine großzügigst gefördert. Ihr Werk lebt in der von ihnen geschaffenen Graf von Pückler und Limpurg'schen Wohltätigkeitsstiftung mit einem Altenheim, Pflegestift und betreutem Wohnen sowie der Förderung evangelisch-kirchlicher Arbeit fort.
» Gottlieb Rau
Gottlieb
Rau (1816-1854) kam 1843 nach Gaildorf, wo er in der vormaligen Kaltwasser-Heilanstalt
eine Glasfabrik einrichtete. Sein Hauptinteresse galt den Problemen und der
Politik der damaligen Zeit. Nach dem Ausbruch der Revolution 1848 wurde Rau
dank seiner brillanten Rednergabe zu einem Wortführer der entschiedenen
Linken und wuchs in die Rolle eines demokratisch-republikanischen Volksführers
hinein. Im September 1848 verhaftet, wurde er 1851 zu 13 Jahren Festungshaft
verurteilt. Der Bankrott der Glasfabrik war unvermeidlich. 1853 zur Ausreise
nach Amerika begnadigt, starb Rau am 2. Oktober 1854 in New York.
» Karl Reibel
Der
am 18. September 1824 in Gaildorf geborene Karl Reibel (1824-1895), vom König
zum Kommerzienrat ernannt, besaß ein großes Handelsunternehmen
in Heilbronn, war Mitglied des Heilbronner Gemeinderats, des württembergischen
Landtags und des Zollparlaments. Daneben erwarb er sich Verdienste um die
Neckar-Schifffahrt, die Zuckerfabrik und die Salzwerke sowie um den sozialen
Wohnungsbau.
» Karl Rösch
Karl
Rösch (1807-1866) wurde wegen angeblicher revolutionärer Umtriebe
1850 als Oberamtsarzt nach Gaildorf versetzt. Rösch gründete 1847
die Mariaberger Heime im Landkreis Sigmaringen. Aus wirtschaftlicher Not,
seine Familie hatte 9 Kinder, wanderte er 1853 nach Amerika aus.
» Hermann Strenger
Hermann
Strenger (1895-1979), am 18. September 1895 in Gaildorf geboren, arbeitete
als Journalist und Literaturkritiker. Sein bekanntestes Werk ist der 1942
erschienene Roman "Strom aus der Erde" in dem er das Leben des aus
Gaildorf stammenden amerikanischen Schwefelkönigs Hermann Frasch schildert.
» Hans Thierfelder
Hans
Thierfelder (1913-1987) verlegte 1949 die Produktionsstätte seiner ARWA-Feinstrumpfwerke
nach Gaildorf-Unterrot. Drei Jahre später waren in Unterrot 1450 Menschen
beschäftigt.
Mit Massenimporten und Preiskämpfen begann in den 60iger Jahren der Niedergang. 1973 wurde die Produktion in Unterrot endgültig eingestellt. Thierfelder verkaufte sein Werk. Auf dem Gelände entstand in den 90iger Jahren ein moderner Gewerbepark.
» Christof Wagner
Christof
Wagner (1869-1936) führte als junger Forstmann ab 1896 in den Wäldern
der Grafen von Pückler und Limpurg das von ihm entwickelte Betriebssystem
des Blendersaumschlages ein, mit dem bis heute die Pücklerschen Waldungen
erfolgreich bewirtschaftet werden. Ziel war, natürliche begründete
Mischbestände zu schaffen und diese so abzusichern, dass keine Sturmschäden
entstehen. Schon 1906 wurde Wagner Professor in Tübingen, später
Präsident der württ. Forstdirektion und danach wieder Professor
in Freiburg.
» Gräfin Amalie Charlotte Auguste zu Waldeck-Pyrmont und Limpurg-Gaildorf
Gräfin
Amalie Charlotte Auguste zu Waldeck-Pyrmont und Limpurg-Gaildorf (1784-1852)
war eine geborene Wirths aus Bergheim im Fürstentum Waldeck. Ihr Ehemann
Graf Georg Friedrich Karl von Waldeck und Limpurg-Gaildorf musste nach seiner
Heirat mit der Tochter aus bürgerlichem Hause auf alle seine Rechte im
Fürstentum Waldeck verzichten und zog sich mit ihr 1817 auf den Besitz
in Gaildorf zurück. Als Witwe, der Graf war 1826 verstorben, errichtete
sie 1846 eine Villa, das spätere Neue Schloss und heutige Rathaus der
Stadt Gaildorf.
» Johann Wilhelm Graf von Wurmbrand-Stuppach
Reichshofratspräsident
Johann Wilhelm Graf von Wurmbrand-Stuppach (1670-1750), der Berater des österreichischen
Kaisers, der die ihm von Kaiserin Maria Theresia angebotene Fürstenwürde
ablehnte, heiratete am 5. Oktober 1700 in Gaildorf in zweiter Ehe die limpurgische
Erbtochter Juliana Dorothea Gräfin von Limpurg (1677-1734). Nach ihm
wurde der Wurmbrandsaal im Alten Schloss benannt.























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