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Landesarchiv BW Die Archivverwaltung macht die schriftlichen Zeugnisse zur Geschichte des Landes und seiner Bewohner zugänglich.

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Schenken von Limpurg

Schenkengräber in der Stadt

Geschichte der "Schenken von Limpurg"

» Bedeutendes Adelsgeschlecht

Wappen Die Geschichte der "Schenken von Limpurg" beginnt mit dem Bau der Limpurg bei Schwäbisch Hall durch Schenk Walter von Schüpf um das Jahr 1220. 10 Jahre später nennt er sich Walter "von Limpurg". Der Bezug der Schenken von Limpurg zu Gaildorf ist erstmals in einer Urkunde von 1260 nachgewiesen, in der Rabenoldus de Geilendorff, Angehöriger des hiesigen Rittergeschlechts, Zeuge des Schenken Walter ist.

1280 erleiden die Schenken von Limpurg eine Niederlage in Auseinandersetzung mit den Hallern, nachdem König Rudolf diese zugunsten der Haller entschieden hat. Sie bleiben aber der wichtigste Holzlieferant für die Salzsiederstadt Hall. 1286 gingen die Besitztümer der Ritter "de Geilendorff" nach deren Aussterben auf die Schenken von Limpurg über. Dazu gehörte auch die Burg, auf deren Grundmauern jetzt das Alte Schloss steht.

In der "Goldenen Bulle" Karls des IV. aus dem Jahr 1356 wird den Schenken das Erbschenkenamt zugesichert. Das Schenkenamt ist ein hohes Hofamt, insbesondere der Staufer. Schenk, Truchsess, Kämmerer und Marschall sind engste Berater des Kaisers, sie bilden den Hof, d. h. die Regierung. Nach der Goldenen Bulle soll der Schenk bei feierlichen Reichstagen zu Pferd vor den Kaiser kommen, einen silbernen Pokal oder Becher mit einer Mischung von Wasser und Wein in den Händen, der dann absteigen und dem Kaiser den Pokal zum Trunke reichen soll. Dann soll der Schenk Pferd und Becher erhalten.

Im weiteren Verlauf, insbesondere nach der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1404, bauen die Schenken die Stadt aus. Vom Jahr 1482 bis zum Aussterben der beiden Linien der Schenken im Mannesstamm in den Jahren 1690 und 1713 ist Gaildorf Residenz der Schenken.

Mit dem Mannesstamm erlischt auch die Erbfolge der Schenken. Die letzten erbberechtigten Söhne hinterließen zusammen 10 erbberechtigte Töchter. Es begann eine stetige Erbteilung der ehemaligen Reichsgrafschaft Limpurg. Aus allen Himmelsrichtungen gaben sich nun Grafen und Fürsten in Gaildorf ein Stelldichein. Jeder erhoffte einen nicht minderen Teil des riesigen Erbes übernehmen zu können. Vor allem der durch die Heirat verbundene Sitz im Reichstag und die somit erlangte relative Macht im Reiche waren für viele ein wichtiger Grund nach Gaildorf zu kommen. "Nachkommen" der Schenken wie z. B. die Pückler, die Bentheim, die Solms, die Waldeck und die Bentinck gaben der Stadt Gaildorf plötzlich ein buntes Aussehen. Doch im Schloss lebten Sie allesamt nicht mehr.


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