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Epitpahien

Epitaphien der Schenken von Limpurg

Die Grabdenkmäler, auch Epitaphien genannt, waren in der Frühen Neuzeit sehr wichtig. Kündeten Sie doch vom Leben und Sterben bedeutender Persönlichkeiten. Nachdem die Grablege der Schenken von Limpurg auf der Comburg aufgegeben worden war, wurden drei Vertreter der Schenken in Gaildorf bestattet und mit entsprechenden Epitaphien versehen. Diese Epitaphien stehen im Chor der Stadtkirche und können zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden. Die Hauptinschriften lassen sich wie folgt transkribieren und übersetzen.

Epitaph 1

Illustri et generoso Domino Christophoro Baroni a / Limpurg, Sacri Romani Imperii Pincernae haereditario semper / libero, purioris doctrinae ac fidei christianae assertori / phss in gubernatione iusto et clementi, optimarum virtu-/tum decori eximio in Christo pie defuncto, Eva coniunx / Limpurgica mater cum tribus filiis moes mss memoriae. / Et gratitudinis ergo coniugi et patri chariss pp / vixit annos XLIII mensem 1 dies XXIII III septembris  / anno salutis MDLXXIIII.

Der berühmte und großzügige Herr Christoph Baron von Limpurg, des Heiligen Römischen Reiches Erbschenk, immerfrei, der Frömste in der reinen Lehre und Wahrer des christlichen Glaubens gerecht und mild in der Regierung, ausgezeichnet mit den besten Tugenden, starb im hervorragenden Glauben an Christus, in Erinnerung an Eva von Limpurg, seine Ehefrau, Mutter dreier Kinder, und auch Dankbarkeit der Ehefrau und des vielgeliebten Vaters usw. Er lebte 43 Jahre 1 Monat und 23 Tage und starb am 3. September im Jahre des Heiles 1624.

Epitaph 2

Job. 19 Z 8
Ich weiß, dass mein erlöser lebt und er wird mich hernach aus der Erden auferwecken und werde darnach mit dieser meiner haut umb geben werden und werde in meinem Fleisch Gott sehen.

ESA 54,7
Ich habe dich keinen augenblick verlassen; aber mit großer barmhertzigkeit will Ich dich samblen. 

Phil 1,1 
Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn.

Illustris et generosus Dominus Dominus Albertus Baro a Limpurg Sanctissimi romani imperii / Pincerna hereditarius, semperque Liber, materno ex utero in lucem prodit Anno / 1568 die 2 Octobris piae postea in sana Fide doctrina, liberalibus et bellorum, / qua sequebatur, difficultatibus, obveniente, rerum superato discrimine, / claves Regiminis cum potestate recipit Anno 1593, die 27. Martii, aetatis / Vero, 25. Quas cum laude gerit annis 26. Mensibus 7 Matrimonio sibi / sociat Genere Illustrem Dominus Dominus Aemiliam et Baronissam a Roggendorff etc. / Austriacam Anno 1595 aetatis, 27. Ultimo Martii qua cum, Liberis pro-/creatis tredecim, filiis 10, filiabus 3, in pace, optimaquae animorum concordia / degit annis 24, mensibus 7 diebus 6 lucis usuram, qua annis 51 Mense uno, diebus 4 fruebatur, deponit Anno 1619, die 6 Novembris.

Der berühmte und edle Herr, Herr Albert [Albrecht] Baron von Limpurg, des Hoch-Heiligen Römischen Reiches, Erbschenk, immerfrei, trat am 2. des frommen Oktober 1568 ans Licht. Und während er auf freiheitliche Schwierigkeiten der Kriege, denen er folgte, stieß, erhielt er, nachdem er die gefährliche Lage gemeistert hatte, am 27. März 1593 die Schlüssel der Herrschaft. Diese trägt er 26 Jahren und 7 Monaten lang und hielt am letzten Tag des März 1595 Hochzeit und heiratete die berühmte Aemilie Baronin von Rogendorf und Österreich, aus dieser [Verbindung] gingen 13 Kinder hervor, 10 Söhne, 3 Töchter. In Frieden und bester Eintracht der Seelen verbrachten sie das Leben von 24 Jahren 7 Monaten und 6 Tagen. Er erfreute sich an 51 Jahren, 1 Monat und 4 Tag und starb am 6. November 1

Epitaph 3

Henricus Baro Limpurgicus Sacri Roma-/ni Imperii Pincerna Haereditarius Semper liber / cui erat mens vere pia, augustana confes-/sioni addicta, candor et fortitudo a-/nimi, iudicii dexteritas, corporis dotes ex-/imiae, vivus sibi, et Martha coniugi dilec-/tissimae comitissae de Castellanorum Co-/mitium stirpe illustri, quae erat pietatis, pudi/citiae et reliquarum virtutum ornamentum / eximium, hoc monumentum fieri curavit  vix-/it ille annos 50 Menses XI Dies 17 Morte obiit anno 1585. Haec vero annos 63 / Menses 3 Dies 26 obiit 1607. In Beatorum sede ambo beati in Domino Aeter-/na pace fruuntur laetam resuscitationem / expectantes.

Heinrich Baron von Limpurg, des Heiligen Römischen Reiches Erbschenk und immerfrei, der hatte eine wahrhaft fromme Gesinnung, der Augsburger Konfession ergeben, [er hatte] Offenheit und Stärke des Geistes, ein Geschick im Urteilen, außergewöhnliche Gaben des Körpers, er ließ für sich und seine Frau Martha, die hochgeschätzte Gräfin aus dem berühmten Geschlecht der Castell, die ein herausragendes Schmuckstück, Zierde von Frömmigkeit, Keuschheut und der übrigen Tugenden war, dieses Denkmal erreichten. Er lebte 50 Jahre, 11 Monate und 17 Tage und starb im Jahr 1585. Diese aber starb 1607 nach 63 Jahren, 3 Monaten und 26 Tagen. Beide genießen glücklich am Wohnort der Seeligen im Herrn ewigen Frieden in Erwartung der frohen Auferstehung

1 Kor XIII
Absorpta est mors in victoriam[.] ubi tuus o mors acu-/lius? Ubi tua inferne victoria? Aculeus autem mortis / peccatum potentia vero peccati lex sed Deo gratia qui dedit nobis victoriam per dominum nostrum Iesum Christum.

Aufgegangen ist der Tod im Sieg. Wo ist dein Stachel o Tod? Wo ist dein Sieg, Unterwelt? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz. Dank sei Gott, der uns deinen Sieg durch unseren Herrn Jesus Christus gab. [1 Kor. 15, 55-58]

Marci IX 
Omnia posset biblia sunt cresdenti.

Psalm CXVI
Credidi propter quod locutus sum callicem salutarem accipiam et nomen Domini in vocabo.
Ich glaubte, deshalb sprach ich. Ich nehme an den Kelch des Heiles und rufe an, den Namen des Herrn (Psalm 116, recte 115, 1, 4).

I Ioan[nes] IIII Deus charitas est, et om manet in charitate in Deo manet et Deus in eo.
Gott ist die Liebe. Und die, die in der Liebe Gottes bleiben, in denen bleibt Gott. (1 Johannes, 4,13)

ESA: XXXXIX
Nunquid oblivisci potest mulier infantem suum et non misereatur filio uteri sui et si illa oblita fuerit ego non obliviscar tui.
Kann irgendeine Mutter ihr leibliches Kind vergessen und nicht sich über den Sohn ihres Leibes erbarmen? Auch wenn jene vergessen wird, ich werde dich dennoch nicht vergessen (Jesaja 49, 14).

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Dr. Daniel Kuhn

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